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Referenteninterviews

„Weil wir viel mehr sind als die führende Online Sporthandelsplattform in Europa"

„Weil wir viel mehr sind als die führende Online Sporthandelsplattform in Europa"

Weiter auf Expansionskurs: Die Signa Sports United ist die größte Sport eCommerce Plattformen Europas. Zu ihr gehören u.a. die Online-Spezialisten Internetstores (Radsport und Outdoor), Tennis-Point, Outfitter und auch Stylefile (Teamsports & Leisure). Dennoch ist Signa Sports United der breiten Bevölkerung unbekannt. Stephan Zoll, CEO der Signa Sports United, spricht im Interview über die Strategie, Ziele und warum das Unternehmen seine kommerziellen Interessen nicht in den Vordergrund stellt.

DIGITAL SPORTS & ENTERTAINMENT 2019

Signa Sports United ist bei der breiten Bevölkerung unbekannt und das obwohl das Unternehmen über 80 Webshops in 17 Ländern betreibt. Warum?
Zoll: Unsere Strategie ist es, dass wir in den Märkten jeweils mit unseren Konsumentenmarken arbeiten. Diese sind zumeist hervorragend in der jeweiligen Sportwelt verankert. So beispielsweise Tennis-Point.de, Brüggelmann, Fahrrad.de oder Outfitter in Deutschland.

Warum versuchen Sie nicht ein starkes «Sport-Amazon» zu schaffen?
Zoll: Weil wir nicht einfach ein Sporthändler sind, sondern uns als Sport-Experience-Plattform verstehen. Das Vernetzen mit den Sportlern und den Communities ist uns sehr wichtig. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist unser Engagement im Tennissport. Wir arbeiten eng mit dem Deutschen Tennis Bund zusammen und betreiben die App MyTennis. Dort sind zur Zeit ca. 250'000 aktive Nutzer, die ihre «Tenniswelt in einer App» haben.

Sie bewerben also über diese Communities Ihre Shops?
Zoll: Wir stellen unsere kommerziellen Interessen nicht in den Vordergrund. Das wichtigste ist, dass wir in der Community authentisch wahrgenommen werden. Die Sportler und Sportlerinnen sind da sensibel. Wir versuchen digitalen Mehrwert für die jeweilige Sport-Community zu schaffen. Dazu haben wir beispielsweise eigene IT-Entwicklungen, eigene Content Produktion und arbeiten partnerschaftlich mit Inhalteanbietern und technischen Innovatoren wie Soccerwatch.tv oder Tracktics zusammen.

Was ist Ihr Ziel?
Zoll: Wir wollen auch langfristig unsere Positin als die führende Sport-E-Commerce und Experience Plattform in Kontinentaleuropa ausbauen. Mit rund 3 Millionen aktiven Kunden, mehr als 194 Millionen Website-Besuchen und über 4 Millionen Netto-Bestellungen erwirtschaftete die Plattform letztes Fiskaljahr einen profitablen Umsatz von 442 Millionen Euro, was mehr als 20 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diesen Erfolg wollen wir weiter ausbauen und das geht nur, wenn wir weiterhin unsere Sport Kunden mit unseren Angeboten begeistern. Dazu arbeiten wir intensiv mit vielen Partnern in den Märkten Rad, Tennis, Outdoor und Teamsport zusammen.

Vielen Dank für das Interview!

Wie eine Marke klingen muss

Wie eine Marke klingen muss

In Zeiten, in denen smarte Lautsprecher, Sprachassistenten und Podcasts auf dem Vormarsch sind, müssen sich Unternehmen die Frage stellen, wie eine Marke klingen muss. Neueste Erkenntnisse dazu liefert der «Soundprofessor» Carl-Frank Westermann, Geschäftsführer von WESOUND.

DIGITAL SPORTS & ENTERTAINMENT FORUM 2019

Herr Westermann, es ist schon seit längerem unüberhörbar, dass Audio rasant an Bedeutung zugenommen hat. Warum?
Westermann: Das ist in erster Linie eine Folge der Digitalisierung. Audio erhält in der Kommunikation einen neuen Platz. Wir werden bald das Fingertippen, welches mit dem Gebrauch des Smartphones einhergeht, durch das Einsprechen ersetzen. Hier geht es nicht um besser, sondern einfach um die schnellere Handhabung. Wobei z.B. über Sprache weitaus mehr Informationen transportiert werden, als es durch das blosse Lesen einer Textnachricht möglich ist.

Das Ziel von Audio Branding ist der akustische Fingerabdruck einer Marke. Aber wie soll eine Marke klingen?
Westermann: Vorab, sie klingt auch ohne Audio Branding. Warum und wie sie klingt, bleibt dennoch die Frage. Hier müssen sich Marken von nun an mehr Gedanken machen. Der Zuwachs an Audio-Anwendungen erfordert von den Marken, ihr Klangbild nicht dem Zufall zu überlassen. Der Sound der Marke sollte in Zukunft auf einer strategischen Entwicklung und nachhaltigen Umsetzung beruhen.

Ein Sound Logo kann zu einer wertvollen Visitenkarte für die Marke werden. Welche Marken machen das heute besonders gut? Welche No-Gos gibt es zu beachten?
Westermann: Sound Logos stehen nach wie vor an prominenter Stelle. Dennoch sind sie nur Teil eines ganzheitlichen akustischen Auftritts. Dazu gehören Sound-Elemente wie Musik, Atmosphäre, Geräusche und vor allem das gesprochene Wort. Diese Elemente sollten wie aus einem Guss dem Markenbild klanglich entsprechen. Noch weitgefasster, sie sollten Teil des Gesamterlebens einer Marke werden. Sound Logos mit belanglosen Tonfolgen, die subjektiv gesehen mit «gefällt mir» oder «gefällt mir nicht» bewertet werden, laden die Marke nicht nachhaltig auf. Hingegen tragen Sound Logos mit einem glaubwürdigen Storytelling nachweisbar zur Markenaufladung bei. Die Swisscom, Telekom, Intel, Audi, Lufthansa und Allianz besitzen Sound Logos mit Markenwirkung.

Sie haben sich mit Ihrem Team Klänge für die ganz Grossen ausgedacht, darunter Allianz, Siemens und Lufthansa. Was ist diesen Firmen wichtig?
Westermann: Ohne die Vorab-Entwicklung der Sound-Basiselemente wie Musik, Atmosphäre und Stimme ist eine seriöse Entwicklung eines Sound Logos für uns nicht denkbar. Ob ein Sound Logo musikalisch, geräuschhaft oder stimmlich geprägt ist, bestimmt der Sound-Entwicklungsprozess. Idealerweise kann es in drei Sekunden die Identität einer Marke hörbar machen. Die eigentliche Arbeit beginnt mit der strategischen Implementierung. Erst diese sicher die Existenz, Verwendung und Durchschlagskraft von Audio Branding.

Wie sieht die Zukunft von Audio Branding aus?
Westermann: Marken müssen neue Anwendungen im Audiobereich aktiv angehen. Voice Assistenten bringen ein enormes Potential für das Markenerleben mit sich. Jeder Funktionston in Anwendungen wie Apps, Podcasts, Smartphones und Produkten vielfältiger Art bietet Möglichkeiten, diesen auch zu branden, d.h. ihn zum wiedererkennbaren Bestandteil der Marke oder eines Produktes zu machen.